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Wie gelangt der Japan-Koi zu seinen Kunden?

Zuerst sollte man wissen, dass es sehr viele Züchter in Japan gibt. Einige sind gut die anderen sehr gut und andere eben wiederum nicht so gut.

In Niigata (japanische Präfektur) gibt es noch immer die beste und größte Auswahl an Tieren. Leider ist es aber so, dass es auch hier Züchterunterschiede gibt. Wer sehr schöne Doitsu haben will, der wird Shinoda aufsuchen. Wer sehr schöne Doitsu–Hariwake, Kinkusui usw. in sehr hoher Qualität will, der wird Aoki aufsuchen, und so weiter und so fort.........

Die Züchter fischen ihre Teiche meist im Oktober bis November ab, somit hat man die Möglichkeit wirklich sehr schöne und große Tiere zu erwerben! Um diese Zeit ist die ganze Welt in Japan! Im Frühjahr schwimmt oft nur mehr der Rest von diesen großen Tieren.
Kleine Tiere werden aber erst um diese Zeit angeboten! Großhändler oder Hauptimporteure fliegen nach Japan um die neuen Stocklisten für den Import zu selektieren. Diese sogenannten Stocklisten werden dann jedem Koihändler zugesendet! Koiimport sowie Koikauf ist reine Vertrauenssache. Ich persönlich suche mir von vier Hauptimporteuren immer die besseren aus, da jeder einen anderen persönlichen Zugang zu den Züchtern hat und somit jeder eine andere Stockliste.

Die Stockliste weist folgende Dinge auf:

  1. Größe
  2. Qualität
  3. Stück
  4. Flug (Transportkosten)
  5. Gewicht der Box
  6. Zusätzliche Mehrkosten
  7. Züchter
  8. und Yen Kurs (schwankt im Moment sehr)
  9. Anflug ( Ort, Zeit)

Qualität wird so beschrieben:

** Standard oder auch SQ
*** Gut oder auch MQ oder MQ
**** Sehr gut oder auch HQ
***** Super oder auch Show


Tategoi und Tateshita werden ausgeschrieben!!!

Tategoi und Tateshita bieten nur sehr wenige Züchter an. In Deutschland sieht man diese Bezeichnung aber sehr oft von Händlern die nicht mal wissen wie man Koi schreibt, aber einen unerfahren Kunden kann man ja alles erzählen!!! Somit ist KOIKAUF Vertrauenssache.
Leider wird dieses Vertrauen sehr oft missbraucht, doch auf kurz oder lang, schneidet sich jeder Händler der dies so betreibt, selbst in den Daumen!!!

Nun werden die Händler entscheiden welche Qualität sie einkaufen und in welchen Mengen!
Meist bekommt man von Züchtern noch Rabatte wenn ein Händler viele Koi bei ihm kauft!
Meine Erfahrung hat mir gezeigt das die meisten Händler ** bis *** Sterne einkaufen. Leider kann ich keinen Einkaufswert bekannt geben! Die kaufen dann 4-10 Boxen das sind meist 400-1000 Koi. Zum gleichen Preis erhält man **** oder ***** max. 1-3 Boxen. Ihr seht, was da für ein Preisunterschied liegt. Bei den ** bis *** Sternen Koi hat aber der Händler mehr Spanne und die Tiere sind noch immer 1000 mal besser als Eurokoi!
Und diese Tiere sind den Zuchtformen natürlich zuteilbar obwohl diese immer irgendwo kleine Fehler haben, die aber nur vom KENNER erkannt werden. 
Ich persönlich kaufe erst ab 4 Sterne somit habe ich aber nicht diese Menge sondern eben max. 400 Koi, aber mein innerer Schweinehund ist damit zufrieden, da ich genau weiß, dass ich nicht wirklich Grotten in meinen Teich habe. Ich kenne nun 140 Zuchtformen und deren Standards. Für mich persönlich wäre es hart zu wissen, dass meine Tiere max. gut sind, da geht’s halt ein wenig um PRESTIGE. Aber auch meine Kunden kennen meine Einstellung! Wenn man Japankoi vertreibt, sollte man schon auf Qualität schauen, ansonsten kann ich eh Eurokoi auch verkaufen! (Nicht dass ich etwas gegen Eurokoi habe)
So wenn der Händler gekauft hat und die nicht gesehene Ware auch bezahlt hat (VERTRAUEN) kommen die Tiere am Flughafen an! Meist werden die Tiere am Vortag von den Züchtern verpackt und zu den Flughäfen gebracht, am nächsten Tag um die Mittagszeit kommen sie meist an. Bis dann der Zoll und der Vet. abgeschlossen wird ist es meist 15 Uhr!
Dann kommt die Heimfahrt. Die längste Zeit im Leben da man die Tiere ja nur durch Plastik begutachten konnte. In den Anlagen werden die Tiere ausgepackt und ordentlich in die Teiche bzw. Hälteranlagen verfrachtet. Zuvor werden Haut-Kiemenabstriche genommen um zu sehen wie es mit denn Tieren steht. Leider gibt es da ein sehr großes PROBLEM. Costia und  Chidonella gibt es in Japan nicht! Somit sollte gegen diese Parasiten sofort behandelt werden, indem man den ganzen Teich behandelt. Japankoi sind sofort übersäht mit diesen Quälgeistern. 
Nach mehrwöchiger Quarantäne können die Tiere zum Verkauf angeboten werden. Das Schönste am Koiverkauf sind die Augen der Kunden und die Zusammengehörigkeit, die dieses Hobby ausmacht, denn zumeist verstehen es die Menschen nicht, dass man Koi hält??!!