window.onresize = setupSite;
Kontakt | Links | Impressum | Newsletter | Login

Algen - die grüne Pest

Algen sind Organismen von mikroskopisch kleinen, planktonischen Einzellern bis hin zu mehrzelligen Makroalgen. Sie existieren seit Milliarden von Jahren auf unserem Planeten und sind zum Beispiel für die Bildung unserer Atmosphäre verantwortlich. 

Die meisten Algen betreiben, wie alle anderen Pflanzen auch, Photosynthese. Das bedeutet, es wird Lichtenergie mit Hilfe lichtabsorbierender Farbstoffe aufgenommen und in chemische Energie umgewandelt, sowie in organische Substanz in Form von Kohlehydraten, Eiweißen und Fetten gespeichert!

Nachfolgend erfahren  Sie alles, um Algen zu erkennen, zu  verstehen und vor allem, um sie wieder loszuwerden...! 

• Fadenalgen 
• Schwebealgen
• Blaualgen
• Bart- und Pinselalgen 

• Kieselalgen
• Grünalgen
• Algenwachstum

Fadenalgen



Fangen wir mit der Alge an, die dem Aquarianer die wenigsten Probleme macht, den Fadenalgen. Wie der Name schon sagt, besteht diese Alge aus langen, dünnen, meist grünen Fäden. 

Ihr Auftreten spricht erstmal für eine gute Wasserqualität..., allerdings für eine zu gute! Meistens sind die Stickstoffwerte zu hoch und die Fadenalgen vermehren sich rapide. Auch in neueingerichteten Aquarien, die ihr biologisches Gleichgewicht noch nicht ausgebildet haben, tritt die Fadenalge gerne auf, verschwindet aber nach einigen Wochen oftmals von alleine wieder! 

Wir empfehlen keinesfalls einen "Algenkiller" zu verwenden, denn wenn die Algen absterben, wird erstens eingelagertes Nitrat und/oder Phosphat freigesetzt und zweitens wird das tote organische Material von Bakterien unter großem Sauerstoffverbrauch zersetzt. Beide Faktoren bereiten so die nächste Algenplage, wahrscheinlich mit einer anderen Algen-Art vor!!

Viel besser ist es den Fadenalgen ihre Existenzgrundlage, also ihre Nahrung (Stickstoff- und Phosphatverbindungen) zu nehmen, als direkt zur chemischen Keule zu greifen! Sie erreichen dies leicht, indem Sie einen regelmäßigen Teilwasserwechsel durchführen (täglich ca. 20% des Wasserinhaltes des Aquariums über 10 Tage) oder aber spezielle nitrat- und phosphatsenkende Filtermaterialien verwenden, sowie die Fadenalgen von Hand ab zu sammeln! 

Schwebealgen

Auch diese Art gehört zu den Algen, die dem Aquarianer, aber auch den Gartenbesitzer öfters Probleme macht, als ihm lieb sein kann. Urplötzlich taucht sie auf und beginnt sich explosionsartig zu vermehren. Dabei kann sie durchaus das ganze Wasser grün färben, so dass man ihr Vorkommen schon alleine an der Wasserfärbung erkennt! Wissenschaftlich gehört die Art zu den Kugelalgen, Typ Volvox. Die Alge kommt nur im Süßwasser vor und bevorzugt strömungsarme bis stehende, eutrophe (Gewässer mit hohem Phosphorgehalt) Gewässer. Die Ursachen für das Entstehen von Grünalgen sind vielfaltig, das allgemeine Überangebot von Nährstoffen, ein unbeabsichtigtes Überdüngen, übermäßige Futtergabe, das einschleppen mit Lebendfutter aus Teichen in Kombination mit einer starken und plötzlichen Erwärmung durch Sonneneinstrahlung scheint deren Wachstum zu begünstigen. In jedem Fall sollte beim Auftreten von Kugelalgen der Sauerstoff-, sowie der pH-Wert genau überprüft werden. Denn die Algen sind alleine schon durch ihre massenhafte Vermehrung in der Lage, diese beiden Werte negativ zu verändern. 

Das Wasser ist insbesondere in der Nacht zu belüften, da in der Nacht durch zusätzliche Verbraucher der Sauerstoffwert am geringsten ist (Wasserpflanzen produzieren zwar tagsüber Sauerstoff, nachts aber brauchen sie, wie die Fische auch Sauerstoff!) Sichere Abhilfe schafft hier ein so genannter UVC-Wasserklärer, der nach dem Filter eingesetzt wird. So gelangt nur gereinigtes Aquarienwasser in den Wasserklärer. Dort fließt das Wasser an einer Lichtquelle vorbei, welche aggressive ultraviolette C-Strahlen ausstrahlt. Diese Strahlen haben noch den weiteren Vorteil, dass sie neben den Algensporen auch krankheitsfördernde Keime eliminieren und das Wasser somit relativ keimfrei halten! Leider ist diese Methode nicht ganz preiswert, denn ab € 90.- an aufwärts muss man je nach Aquariengröße schon investieren (je grösser das Aquarium, desto mehr Watt Wasserklärer, desto teurer...). 

In Anbetracht des zu erwartenden dauerhaften Nutzens jedoch eine äußerst sinnvolle Investition! Spezielle Feinfilter wie ein Diatomeenfilter erledigen diese Aufgabe auch sehr zuverlässig, doch verklumpen sie schnell, müssen also häufig gereinigt, bzw. das Diatomeenfiltermaterial ausgetauscht werden. Da sie auch preislich relativ teuer sind, haben sie sich keinen großen Platz in der Aquaristik erobern können. Mittlerweile gibt es aber sehr feinporige Filtertücher, die nach dem gleichen Prinzip arbeiten und nur ein Bruchteil dessen kosten, was man für den ganzen o.e. Filter investieren muss. 

Ihnen gemeinsam ist aber, dass sie sich relativ schnell zusetzen und verklumpen, der Aquarianer also damit Pflegearbeit hat! Eine weitere Methode, die Algen relativ sicher wieder aus dem Aquarium zu eliminieren, ist der Gebrauch von sogenannten "Wasserklärern". Die Anwendung des Mittels führt dazu, dass viele Tausende von Algenzellen miteinander verklumpen und entweder auf den Boden absinken oder vom Filter angesaugt werden. Jedenfalls ist es erforderlich, dass der Aquarianer die entstehen Ausflockungen regelmäßig absaugt, bzw. aus dem Filter entfernt (nicht den Filter sauber macht!). Wer es noch preisgünstiger möchte, kann auch über einen Zeitraum von ca. einer Woche das Licht auslassen. 

Den Fischen reicht das Tageslicht, welches in das Aquarienzimmer fällt sowieso, die Pflanzen reagieren auf so eine Veränderung schon empfindlicher. Hier muss jeder für sich selbst entscheiden. Dunkelt man aber seinAquarium ab, so sollte man auch die CO2-Anlage abstellen. Kohlendioxid ist ein Pflanzendünger und stellt einen lebensnotwendigen (essientiellen) Bestandteil des Photosynthese - Prozesses dar. Somit ist CO2 auch für Algen wichtig. 

Aussagen wie:"Meine Wasserpflanzen wachsen ohne CO2" sind typisch und so sinnvoll wie "Mein Auto fährt ohne Benzin". Es geht nicht ohne! Menschen atmen CO2 aus, Fische tun dies ebenso. Gelöstes Kohlendioxid liegt als Kohlensäure vor und senkt den pH Wert des Wassers. Das ist der Hauptgrund für pH Schwankungen im Wasser. Tagsüber, wenn die Pflanzen beleuchtet werden und assimilieren, nehmen sie das gelöste CO2 aus dem Wasser auf über die Blätter und der pH-Wert steigt. 

Nachts, wenn das Aquarium dunkel ist, steht der CO2-Produktion durch die Atmung kein Verbrauch gegenüber und der CO2 Gehalt steigt an, so das der pH-Wert sinkt. 

Auch Wasserflöhe sind ein probates Mittel gegen Kugelalgen, allerdings wirken sie nur in fischfreien Aquarien, da die Flöhe ja ansonsten selbst von den Fischen gefressen werden... 

Schlussendlich kann man auch einfach abwarten und nichts tun, denn jede Massenvermehrung bricht nach Verbrauch des Verursachers in sich zusammen, aber wer hat diese Nervenstärke schon, wenn er in seinem Aquarium zwei bis drei Wochen lang keine zwei Zentimeter weit mehr blicken kann...?

Blaualgen

Um hinter solchen Blaualgenmassen "Stickstofffixierung" und damit Nitratmangel zu vermuten, bedarf es schon einer blühenden Fantasie.
Quelle: Aquanet.de

Die Alge, die eigentlich gar keine Alge ist, so oder ähnlich könnte jeder Beginn zu diesem Thema lauten. Tatsächlich gehören diese Lebewesen aufgrund ihres fehlenden Zellkerns zu den Bakterien, genauer zu den Cyanobakterien. 

Charakteristisch ist ihre Ausbreitungsart, denn wie ein schleimiger Teppich legen sie sich über Bodengrund, Dekoration und Wasserpflanzen, ja selbst schwimmend an der Wasseroberfläche sind sie zu finden. 

Weiterhin sind sie an ihren grünen, bis dunkelbläulich-grünen, manchmal sogar fast bis ins schwarze reichenden Farben erkennbar. Allen unterschiedlichen Formen gemeinsam ist, dass sie Gifte produzieren und so jegliches Leben zerstören können, sofern man nichts gegen sie tut. 

Glücklicherweise gehören die Cyanobakterien zu den relativ einfach aus dem Aquarium zu entfernenden Lebewesen, wenngleich sie sich als zäher Kämpfer erweisen.

In den meisten Fällen ist es schon damit getan, an zwei aufeinander folgenden Tagen die "Blaualgen" manuell zu entfernen und mit einem größeren Wasserwechsel von bis zu 75% abzusaugen und danach das Aquarium über vier bis sieben Tage völlig abzudunkeln! 

Auch die Wasserströmung sollte erhöht werden, denn "Blaualgen" lieben stehende Gewässer und in sich bewegenden Gewässern finden sie keinen Anhaftpunkt und können sich nicht festhalten. 

Oftmals finden sich die "Blaualgen" in Aquarien, die eine sehr hohe Redoxspannung von 500 mV und mehr aufweisen. Hier genügt es, die Redoxspannung langsam herunterzufahren. 

Meistens entstehen die "Blaualgen" zuerst im Kies und so sollte man den Bodengrund insbesondere an diesen Stellen so gut wie möglich säubern, aufwühlen und absaugen. 

So verhindert man neue Sedimentablagerungen und Fäulniszonen, die das Ausbreiten von "Blaualgen" begünstigen. Vorbeugend sollte man auch ein bis zwei Seemandelbaumblätter (Terminalia catappa) pro 100 Liter Wasser ins Aquarium legen. 

Die Blätter sind zwar kein Algenkiller, hemmen aber zumindest das Wachstum der "Blaualgen". 

Bart- und Pinselalgen


Quelle: Aquamax

Bart- und Pinselalgen gehören zu der Gruppe der Rotalgen. Die Bezeichnung rührt daher, dass ihre charakteristische rote Farbe zum Vorschein kommt, wenn sie in Alkohol gelegt werden. 

Dem Aquarianer kann es egal sein, denn die Alge erweist sich als äußerst zäh und hartnäckig und erst einmal im Aquarium eingelebt ist sie nicht mehr so leicht zu entfernen. Besonders gerne wächst sie auf toten Gegenständen wie Rückwänden, Holzwurzeln, porigen Steinen, Kies und Wasserpflanzen. Ja, sie haben richtig gelesen, an Wasserpflanzen und hier insbesondere von den Blatträndern zur Mitte wachsend von großblättrigen, harten Pflanzen wie Anubias- oder Echinodorus-Arten. An feinfiedrigen, schnellwachsenden Arten findet sie keine Anwachsstellen. Die Vielzahl der Anfragen zu gerade diesen beiden Algen verwundert uns immer wieder, denn die Ursachen für das Rotalgenwachstum sind immer die gleichen: 

• CO2-Mangel 

• ein dauerhaft zu hoherpH-Wert von pH 7,5 an aufwärts und höher

• langsam wachsende und zu wenige Wasserpflanzen 

• und ein Überangebot an Nährstoffen wie Nitrat und Phosphat. 

Kennt man die Ursachen, kennt man auch die Abhilfe: 

• Verwendung einer CO2-Düngeanlage und einstellen eines pH-Wertes im leicht sauren bis neutralen pH-Wert. 

• Entfernen von mit Rotalgen betroffenen Pflanzen und Neubepflanzung mit schnellwachsenden Wasserpflanzen (Faustregel 75% der Bodengrundfläche sollten bepflanzt sein!).

• Einsatz von algenfressenden Fischen wie Mollies, Platys, Siamesische Rüsselbarben (Epalzeorynchus/Crossocheilus siamensis), Ceylon-Saugbarben (Garra ceylonensis), Panda-Prachtalgenfresser (Garra flavatra), Netz-Pinselalgenfresser (Crossocheilus reticulatus), La Plata Algensalmler (Parodon affinis), Zwergsaugwelse der Gattung Otocinclus, 'sowie die immer beliebter werdenden Garnelen sind sehr zu empfehlen. 

Bei Letzteren tut sich insbesondere die sogenannte Amanogarnele hervor, handelsüblich mit Caridina japonica bezeichnet und bekannt (ja, wir wissen sehr wohl, dass dies nicht die korrekte wissenschaftliche Bezeichnung ist...). 

Dabei ist natürlich drauf zu achten den Tieren nicht allerhand andere Futterleckereien zu geben, denn diese sind meistens wesentlich einfacher zu erhaschen, als mühsam die Fäden einer Alge abzunagen ... 

Kieselalgen


Quelle: Aquamax

Kieselalgen (von Aquarianern fälschlicherweise auch Braunalgen genannt) sind ein Indikator für eine zu schwache Beleuchtung! 

Diese Aussage ist schlichtweg falsch, wird aber anscheinend von einer Generation Aquarianer zur nächsten vererbt! Richtig vielmehr ist, dass Wasserpflanzen schlechter wachsen, wenn die Beleuchtungsstärke zu gering ist und somit ein Nahrungskonkurrent um das übliche Überangebot an Nährstoffen wegfällt. 

Aus dem gleichen Grund treten Kieselalgen auch gerne bei neu eingerichteten Aquarien auf, da auch hier die Wasserpflanzen noch nicht so gut wachsen. 

Kieselalgen bilden großflächig braune, schmierige Beläge, sowohl auf Dekoration, als auch auf großblättrigen Wasserpflanzen. Im Normalfall verschwinden Kieselalgen jedoch fast komplett wieder von selbst, denn sie lagern in ihrem Körper das dazu notwenige Silikat ein, wo es dann aber kaum mehr in Lösung gelangen kann. 

Kieselalgen verbrauchen sich sozusagen fast von alleine... 

Alle algenfressenden Fische mit einem untenstehenden Saugmaul, also alle Fische, die sich mit ihrem Maul festsaugen können, erledigen dann zuverlässig den Rest. 

Grünalgen



Grünalgen bestehen aus über 500 Gattungen mit sehr variablen Erscheinungsformen. Das Erscheinungsbild der "Schwebealgen", sowie der "Fadenalgen" wurde ja schon ausführlich behandelt, aber daneben gibt es noch zwei weitere Formen, die den Aquarianer interessieren. Die eine Art ist die unerwünschte Art, die grüne Punktalge. Sie wächst extrem langsam, oftmals auf der Scheibe, wo sie gar nicht mal so einfach zu entfernen ist. Auch auf den schon erwähnten großblättrigen, harten Pflanzen wie Anubias und Echinodorus, zumeist in Kombination mit Rotalgen, ist sie zu finden. Möglichkeiten wie man dieser Alge Herr wird, können Sie bei den Rotalgen nachlesen. 

Die andere Art ist die sogenannte Mooskugel (Cladophora aegagropila), eine Alge, die bis zu Tennisballgröße wächst und ausgesprochen hübsch im Aquarium anzusehen ist. Mooskugeln vertragen kein allzu warmes Wasser. Temperaturen ab 25°C aufwärts bereiten Ihnen Probleme. 

Mooskugeln sollten regelmäßig ausgewaschen werden, da sie feine Sedimentstoffe wie ein Filter anziehen und so mit der Zeit unansehnlich werden und ihre hübsche grüne Farbe ins unansehnlich gräulich-bräunliche verändert. 

Die Mooskugel dürfte somit die einzige Alge sein, die der Süßwasser-Aquarianer in seinem Aquarium haben möchte und zudem noch Geld dafür ausgibt. 

Algenwachstum

Vorab eines: UVC-Wasserklärer wirken nicht gegen alle Algen!

Warum? Dazu muss man die Vermehrung von Algen kennen, die sich auf unterschiedliche Art vollzieht. Der einfachste und am häufigsten vorkommende Modus ist vegetativ, es bedeutet Wachstum durch Teilung (Fragmention). Mit ein Grund warum sogenannte UV-Lampen oft genug nicht helfen, denn die Algen kommen mit dem zerstörerischen Licht überhaupt nicht in Berührung! 

Eine andere Variation ist die Sporenbildung. Einige Algen durchlaufen einen Lebenszyklus, bei denen sie unterschiedlich aussehen und auch verschiedene Reproduktionsprozesse durchlaufen. Solche Algenformen werden zuverlässig von den ultravioletten Strahlen abgetötet! 

Nachfolgend wollen wir noch einmal die Ursachen für ein Algenwachstum aufführen. Die Reihenfolge entscheidet dabei über die Wichtigkeit der Ursache für das Entstehen von Algen. 

Stickstoffverbindungen
Phosphorverbindungen
Beleuchtung
Strömung

Stickstoffverbindungen

Die Hauptursache für ein Algenwachstum im Aquarium stellen übermäßige Stickstoffverbindungen, wie Ammonium (NH4 ), Nitrit (NO2) und vor allem Nitrat (NO3) dar! Dabei können einige Algenarten Nitrit nicht nutzen, andere wachsen sogar noch vermehrt bei vorhandenem Nitrit im Aquarium.
Ammonium wird gegenüber Nitrat bevorzugt und eine Ammonium-Konzentrationen oberhalb von einem Micromol je Liter, kann die Nitrataufnahme von Algen senken. Jedoch liegen solche Ammoniumkonzentrationen selten im Aquarium vor, da Enzyme und Bakterien Ammonium meistens eher zu Nitrit weiter verarbeiten (Stickstoffkreislauf, Denitrifikation). Darüber hinaus können Algen jedoch auch andere Stickstoffquellen nutzen und einige Algen sind sogar in Lage Nitrat zu speichern. Auch wenn Algen Ammonium bevorzugen, stellt Nitrat eine hervorragende Nahrung für Algen dar und schon das Vorhandensein von Nitrat im Aquarium trägt ultimativ zum Algenwuchs bei. 

Nitrat (NO3) kann bereits im Leitungswasser vorhanden sein. 50 Milligramm pro Liter sind in Deutschland laut Trinkwasserschutzverordnung als Maximum erlaubt. Regional kommt es zu starken Schwankungen im Nitratgehalt des Trinkwassers, was wiederum an dem Ursprung des aufzubereitenden Wassers liegt. Trinkwasser was z.B. aus dem Rheinuferfiltrat gewonnen wird, wird mehr an Nitraten enthalten, als Trinkwasser, was aus klaren Gewässern von Bergregionen stammt und nicht jeder ist in der glücklichen Lage, unbelastetes Quellen- oder Brunnenwasser nutzen zu können. 

Die wichtigste Stickstoffquelle im Aquarium ist die Fütterung der Fische. Trockenfutter, insbesondere Flockenfutter, besitzt einen sehr hohen Proteinanteil und führt dem Wasser dadurch viel Stickstoff zu. Häufig kommt es dabei zu einer Überdüngung (Eutrophierung) des Wassers, da viel und gerne gefüttert wird. Mehrfache tägliche Fütterungen sind nicht nur algenfördernd, sondern der Fischgesundheit sogar in hohen Maß abträglich! 

Phosphorverbindungen

Eine weitere Hauptnahrungsquelle für Algen sind Phosphorverbindungen, dem Aquarianer als Phosphat (PO4) geläufig. 

Phosphatquellen im Aquarium kommen aus:

• Flockenfutter
• Abtropfwasser von aufgetautem Frostfutter 
• zu künstliche Wasseraufbereiter enthalten Phosphatverbindungen 
• aus schlechter Aktiv-Filterkohle kann sich Phosphat lösen! 

Dazu kommt das Algen in der Lage sind Phosphat zu speichern. Man nennt diesen Vorgang "Luxuskonsumption". 

Es ist, vereinfacht ausgedrückt, mit dem Fettpolster eines Tieres zu vergleichen bevor es in Winterschlaf geht. Algen legen sich ebenso solche Depots an. Sie reichern über ihren momentanen Bedarf hinaus Phosphat an und speichern (!!) Phosphat als sogenanntes Polyphosphat. Damit schaffen sie sich ein Depot für Zeiten, in denen diese für sie lebenswichtige Substanz in ihrer Umgebung (Aquarium) nicht mehr ausreichend zur Verfügung steht. 

Wer also, trotzdem Phosphat im Aquarium als nicht nachweisbar gemessen wird, ein Algenproblem besitzt, kann sich nun erklären, warum. 

Kommt es nun zu einem Mangel, dann nutzen Algen nicht nur diese Depots, sondern erhöhen ihre Aktivität, um aus möglichst vielen Quellen Phosphat zu mobilisieren. Ein Hauptgrund, warum Algen trotz Bekämpfung mit den sogenannten Algenkillern nicht kleinzukriegen sind!! 

Phosphatreduzierende Filtermedien sind also ein Muss im algenbefallenen Aquarium, damit möglichst viel Phosphat aus dem Aquarium entfernt wird.

Eine weitere, allerdings versteckte Quelle, an die man nicht unbedingt zuerst denkt, wenn man unerklärliche Phosphatmengen im Aquarium feststellen kann, liegt im Einsatz qualitativ minderwertiger und damit sehr preisgünstiger Aktivkohle. 

Diese wird im Aquarium dafür verwendet, organische Stoffe, Trübungen und Färbungen, sowie Medikamente und Giftstoffe zu binden und damit unschädlich zu machen! 

Für den Aquarianer ist es wichtig, gute Filterkohle zu verwenden, weil manche billigen Produkte sogar Phosphat freisetzen! Das kann man leicht testen vor dem Einsatz, indem man etwas Aktivkohle in ein Glas mit destilliertem Wasser gibt und das Wasser mit einem handelsüblichen Phosphattest untersucht. Die Aktivkohlekörnchen müssen erst im Wasser zu Boden sinken, bevor im Wasser Phosphat nachgewiesen werden kann. Setzt die Aktivkohle Phosphat frei, dann färbt sich das Wasser in der Testlösung blau. 

Beleuchtung 

Algen die Lichtquellen als Energielieferant nutzen (phototrophe Algen), benutzen Lichtquellen mit Wellenlängen zwischen 400 und 700 Nanometer als externe Energiequelle, zusätzlich zu den organischen und anorganischen Verbindungen, die sie benötigen. Für die Pigmente der Algen (für die der Wasserpflanzen natürlich ebenfalls) ist nicht nur die Wellenlänge entscheidend, sondern auch die Stärke des Lichts. 

Leuchtmittel, die ein sogenanntes "Anti-Algenlicht" bieten, fehlt die vorgenannte Wellenlänge. Dies erschwert den Algen das Licht als zusätzliche Energiequelle zu nutzen. 

Während des Einsatzes behalten Leuchtstofflampen nicht ihr Farbspektrum, sondern verbrauchen den Leuchtstoff über einen bestimmten Zeitraum. Das menschliche Auge nimmt diese Veränderung nicht wahr, die Pflanze aber sehr wohl! 

Geht man davon aus, das bestimmte Farbspektrumanteile, die Entwicklung mancher Algen fördern, muss man auch alternde Leuchtmittel für das Algenwachstum verantwortlich machen. Hier sollte man die Angaben zum Austausch der Leuchtmittel seitens der Hersteller nicht unbedingt als Maß der Dinge sehen, aber ebenso wenig konsequent ignorieren. 

Die dickeren T8-Leuchtstoffröhren (Durchmesser 25 mm) sind länger Farbspektrum stabil, wie die dünneren (16 mm Durchmesser) 
Leuchtstoffröhren. Letztere geben aber das stärkere Licht auf gleicher Fläche ab! 

Strömung

Die Wasserbewegung ist ein Faktor, der sich auf verschiedene Weise auf das Wachstum von Algen auswirkt. Geringe Bepflanzung mit starker(!) Strömung fördert das Wachstum bestimmter Arten durch erhöhte Sauerstoffkonzentration im Wasser, welches Algen lieben. 

Eine zu schwache Strömung kann aber ebenso für ein Algenwachstum der Grund sein, wenn der Nahrungskonkurrent Wasserpflanze nicht in ausreichendem Maße vorhanden ist. Pflanzen geben tagsüber genügend Sauerstoff ab, so dass eine starke Strömung unsinnig ist. 

Die "Luftblasen" aus Luftsprudlern (Luftpumpen), sowie starken Diffusoren sorgen immer wieder für Algen im Aquarium, da der Pfleger im Irrglauben ist, der Fisch benötigt "viel" Sauerstoff. 

Eine Sauerstoffkonzentration von 5mg - 8mg/ Liter reicht als konstanter Wert aus und wird bei Beachtung von Bepflanzungsgrundsätzen im Aquarium zuverlässig erreicht! 

Alle weiteren Bemühungen Sauerstoff ins Aquarium zu schaffen sind demnach nur kontraproduktiv und sollten nur auf einige wenige Ausnahmefälle, wie Medikamenteneinsatz oder Filterausfall beschränkt sein.