window.onresize = setupSite;
Kontakt | Links | Impressum | Newsletter | Login

Wasser

Wasser - was ist das eigentlich?

Chemisch gesehen ist Wasser eine Verbindung von zwei Wasserstoffatomen (H2) und einem Sauerstoffatom (O). Doch Wasser ist auch ein hervorragendes Lösungsmittel, was äußerst reaktionsfreudig mit allen anderen möglichen Stoffen ist und so sehr stark in seiner Zusammensetzung variieren kann. Für uns Menschen ist es wichtig möglichst unbelastetes, reines Wasser zu erhalten und so bereiten wir unser Trinkwasser mit hochmodernen Produktions- und Filterungsanlagen auf. Das daraus resultierende Wasser ist aber leider kein Wasser, in welchem Zierfische sich wohlfühlen. Für Zierfische ist es ganz einfach zu aggressiv,  da wir durch die aufwändige Aufbereitung nützliche organische Kohlenstoffverbindungen herausfiltern, die die Schleimhäute unserer Pfleglinge schützen. Dauerhafter Stress ist die Folge für den Fisch! Sicherlich haben Sie schon von weichem und hartem Wasser, saurem und alkalischem Wasser, sowie Süß- und Meerwasser gehört und nachfolgend wollen wir die aquaristisch wichtigsten Wasserwerte näher erläutern. Dabei haben wir mit voller Absicht versucht die Ausführungen für "jedermann" lesbar zu halten und so wenig wie möglich "wissenschaftliche Fachsprache" zu verwenden, doch ganz ohne geht es eben auch nicht! 

Weitere Themen:

• pH-Wert
• Sauerstoff (O2)
• Ammonium (NH4)/Ammoniak (NH3)
• Nitrit (NO2)
• Nitrat (NO3)
• Phosphat (PO4)
• Eisen (Fe)
• Kohlendioxid (CO2)
• Silikat (SiO2)
• Gesamthärte
• Karbonathärte
• Leitwert
• Temperatur
• Redoxpotential

pH-Wert

Unter dem pH-Wert (aus dem lateinischen: potentia Hydrogenii) verstehen wir, wie sauer oder wie alkalisch eine Flüssigkeit ist. Der 
Messbereich reicht dabei von 0 (niedrigster saurer Wert, absolut lebensfeindlich) bis 14 (höchster alkalischer Wert, ebenso lebens-
feindlich!). Sind in einem Wasser genauso viele saure, wie alkalische Ionen vorhanden ist das Wasser neutral. Man spricht dann von dem sogenannten Neutralpunkt. Der optimale Lebensbereich für die meisten unserer Zierfische liegt in einem Bereich um den Neutralpunkt. Anzustreben sind Werte zwischen pH 6,5 und pH 7,5. Spezialisten wie Diskus- oder Skalar-Wildfänge benötigen allerdings deutlich saureres Wasser mit einem pH-Wert zwischen 4,5 und 6 und die Fischarten aus dem Malawi- und Tanganjikasee in Afrika fühlen sich erst ab pH-Werten von 7,5 an aufwärts so richtig wohl! Für Meerwasserfische liegt der optimale pH-Wert bei 8,2 bis 8,4. 

PH-Wert Tabelle 
 

TIPP: 

Wenden Sie keinesfalls Säuren, wie handelsübliche "pH-Minus"-Präparate an, da diese schlecht zu dosieren sind und deren pH-Wert senkende Wirkung binnen Minuten vonstatten geht. Das Mittel verflüchtet sich aber auch binnen Tagen wieder und der pH-Wert steigt wieder an. Sie müssen also wieder nachdosieren und die Folge ist ein ständiges auf und ab des pH-Wertes, was bei unseren Zierfischen zu grossen Belastungen und Stress führt! Verwenden Sie besser eine CO2-Anlage zur Steuerung des pH-Wertes! Auch oder gerade unsere Wasserpflanzen freuen sich darüber!

 

Sauerstoff (O2)

Sauerstoff ist DER wichtigste Stoff im Aquarium, der für alle Lebewesen, also Zierfisch, Wasserpflanze und Bakterien/Mikroorganismen ausreichend zur Verfügung stehen muss! Leider wird der Sauerstoffwert aber oftmals vernachlässigt und erst überprüft, wenn Probleme auftreten und die Zierfische alle nach Luft schnappend an der Wasseroberfläche hängen. Der Sauerstoffwert im Aquarium ist eine sich täglich veränderbare Größe und dazu auch noch direkt von der Temperatur des Wassers abhängig! Je höher die Wassertemperatur, desto niedriger der Sauerstoffgehalt des Wassers! Umgekehrt gilt: je niedriger die Wassertemperatur, desto höher der Sauerstoffgehalt des Wassers! Morgens, mit dem Einschalten des Lichts und dem Beginn der Atmung von Pflanzen (Assimilation) ist der Sauerstoffwert am niedrigsten (Pflanzen atmen tagsüber Kohlendioxid ein und atmen Sauerstoff quasi als Abfallprodukt wieder aus). Tagsüber steigt der Sauerstoffwert dann durch die Assimilation an, um in der Nacht wieder abzufallen (Pflanzen verhalten sich in der Nacht genau umgedreht wie tagsüber, d.h. Pflanzen atmen in der Nacht Sauerstoff ein und Kohlendioxidaus). Lebensbedrohlich für unsere Zierfische sind Sauerstoffwerte von unter 4 mg/l, unabhängig ob tagsüber oder in der Nacht gemessen wird! In einem funktionierenden Aquarium streben wir Sauerstoffwerte zwischen 5 mg/l und 8 mg/l an.

TIPP: 

Pflanzen sind der wichtigste Sauerstoffproduzent im Aquarium! Bepflanzen Sie deshalb ca. drei Viertel der Bodenfläche Ihres Aquariums! Je mehr gut wachsende Pflanzen im Aquarium, umso mehr Sauerstoff steht dem gesamten System Aquarium zur Verfügung. Sorgen Sie für eine leicht (!) bewegte Wasseroberfläche. Dadurch löst sich Luftsauerstoff ins Wasser. Sollten doch einmal Probleme mit dem Sauerstoffwert auftreten schließen Sie zumindest in der Nacht, wo auch die Pflanzen Sauerstoff verbrauchen,einen Luftausströmer an oder noch besser, verwenden Sie einen sogenannten Oxydator, der flüssigen Sauerstoff ohne Strom herstellt!

Ammonium (NH4) / Ammoniak (NH3)

Ammonium wird im Aquarium in allererster Linie durch den Fisch selber, d.h. durch seine Ausscheidungen produziert. Es entsteht auch durch die Verrottung von organischem Material (abgestorbene Pflanzenblätter etc.).Ammonium selbst ist ungiftig und wird von den Wasserpflanzen (und auch von den Algen!) als Nährstoff gebraucht! 

Leider kann sich aber das ungiftige Ammonium bei pH-Werten von 7,5 an aufwärts schlagartig in giftiges Ammoniak verwandeln. Je höher der pH-Wert, desto mehr ungiftiges Ammonium wandelt sich in giftiges Ammoniak um. Günstige Ammoniumwerte liegen bei 0,1 mg/l. Bei Werten von 0,5 mg/l oder noch höher ist das Aquarienwasser zu sehr belastet und für die Zierfischhaltung zumindest als bedenklich einzustufen! 

INFO: 

Immer wieder berichten Aquarianer von plötzlichen Todesfällen nach einem größeren Wasserwechsel. Die Erklärung dafür ist recht einfach: im Aquarium haben sich größere Mengen von Ammonium angesammelt, da ein Wasserwechsel niemals bis selten durchgeführt wurde, da ja immer das verdunstete Wasser nachgefüllt wurde (Typische Aussage dazu ist: "Ich brauche kein Wasser wechseln, bei meinem Aquarium verdunstet soviel, da fülle ich immer auf"). Nun möchte der Aquarianer dem Aquarium etwas Gutes tun und macht einen größeren Wasserwechsel mit normalen Leitungswasser. 

Leitungswasser weist aber in dem meisten Fällen einen alkalischen pH-Wert auf und durch das neu zugeführte alkalische Wasser wandelt sich das ungiftige Ammonium schlagartig in das giftige Ammoniak um. Ammoniak verhindert aber die Sauerstoffaufnahme und die Fische verenden sehr schnell!

Nitrit (NO2)

Nitrit ist ein Fischgift mit dem so ziemlich jeder Aquarianer mindestens einmal im Aquarianer-Leben zu tun hat. Es entsteht nämlich aus der Umarbeitung der soeben besprochenen Ammonium-/Ammoniakverbindungen und wird von ganz bestimmten Filterbakterien 
(Nitrosomonas) bewerkstelligt. 

In einem eingefahrenen Aquarium ist das sicherlich kein Problem, doch bei neu eingerichteten Aquarien kommt es hier immer wieder zu Problemen! Der Grund liegt darin, dass die Filterbakterien, die aus dem "hochgiftigen" Nitrit das ungiftige Nitrat machen, mehrere Wochen benötigen, um in ausreichender Koloniestärke genau das erledigen zu können! 

Der Nitritwert sollte in einem Aquarium immer bei 0 mg/l liegen. Kleinere Belastungen bis 0,05 mg/l sind zu tolerieren, Messwerte von 0,1 mg/l und größer deuten zumindest auf einen nicht ordentlich funktionieren Filterkreislauf oder aber schlichtweg Überbesatz mit Zierfischen hin. Nitritwerte von 0,5 mg/l an aufwärts sind latent tödlich! 

TIPP: 

Verwenden Sie bei der Neueinrichtung Ihres Aquariums unbedingt einen Filterstarter! Setzen Sie die ersten (algenfressenden!) Zierfische erst nach einer Woche ein und erhöhen Sie stufenweise die Anzahl der Zierfische nur nach vorheriger Kontrolle des Nitritwertes. Der Messwert sollte 0 mg/l sein, dann können Sie weitere Zierfische nachkaufen.

Nitrat (NO3)

Nitrat ist ein Stoff, der von speziellen Filterbakterien (Nitrobacter) aus dem soeben besprochenen Nitrit produziert wird. Nitrat ist für Zierfische nur in sehr, sehr hohen Konzentrationen giftig (grösser 200 mg/l), die aber bei einigermaßen vernünftigen Pflegemaßnahmen (Filterreinigung, Wasserwechsel) eigentlich niemals erreicht werden. Wie schon beim hochgiftigen Nitrit erwähnt, brauchen die Nitrobacter-Bakterien sehr viel Zeit, um in ausreichender Anzahl Ihrer Aufgabe, aus dem hochgiftigen Nitrit das "milde" Fischgift Nitrat herzustellen, nachzukommen. 

Nitratwerte von 5 mg/l bis 10 mg/l sind in einem Aquarium als günstig einzustufen (Pflanzen sind auf Nitrat als Düngestoff angewiesen!), höhereWerte dagegen fördern das Algenwachstum! Nitrat lässt sich durch einen regelmäßigen Teilwasserwechsel (vorausgesetzt das zugeführte Wasser besitzt einen geringeren Nitratwert, als das Aquariumwasser!) zumindest auf günstige Werte im Aquarium einstellen. Außerdem gibt es spezielle Filtermaterialien, die explizit Nitrat aus dem Wasser entfernen, bzw. binden. 

TIPP: 

Führen Sie regelmäßig einen Teilwasserwechsel von 10% bis 20% des gesamten Aquarieninhaltes durch. Regelmäßig bedeutet nicht, das Wasser aufzufüllen, wenn es verdunstet ist, sondern spätestens alle 14 Tage das Wasser aktiv zu wechseln! Viel hilft hier nicht viel. Besser ist es, eine kleinere Menge des Aquarienwassers in kürzeren Abständen zu wechseln, als eine größere Menge in größeren Zeitabständen. 

Nützen auch die regelmäßigsten Wasserwechsel wenig, so hilft mit Sicherheit der Einsatz von speziellem Filtermaterial, welches Nitrat dauerhaft und sicher bindet!

Phosphat (PO4)

Phosphat ist gleichermaßen für Zierfische und Wasserpflanzen wichtig!

Ohne Phosphat laufen z.B. viele körperaufbauende Prozesse nicht ausreichend ab. Fische brauchen Phosphat zur Skelettbildung! Allerdings ist Phosphat fast immer auch der Auslöser für ein unerwünschtes Algenwachstum! 

Phosphat im Aquarium kommt häufig durch ein zu viel an Futter, insbesondere Flockenfutter, aber auch nicht ausreichend aufgetautes und mit klarem Wasser gespültes Frostfutter sind wahre Phosphatbomben (niemand von uns käme auf die Idee das "Auftauwasser" von 1 kg Hackfleisch für eine Sauce Bolognese mit zu verwenden, aber ins Aquarium wird das "Auftauwasser" von Frostfutter häufig mit beigegeben...), aber auch absterbende Pflanzenmasse liefert immer wieder unerwünschte Mengen an Phosphat. 

Wir empfehlen den Phosphat-Wert auf 0,05 mg/l bis max. 0,1 mg/l einzustellen, alle Werte darüber können wahre Algenplagen auslösen! 

Phosphat im Aquarium lässt sich jedoch relativ einfach durch regelmäßigen Teilwasserwechsel auf ein erträgliches Niveau einstellen, vorausgesetzt, das nachgefüllte Wasser besitzt weniger Phosphat wie das ausgetauschte Wasser! 

Nützen auch die regelmäßigsten Wasserwechsel wenig, so hilft mit Sicherheit der Einsatz von speziellem Filtermaterial, welches Phosphat dauerhaft und sicher bindet!

Eisen (Fe)

Heutzutage gibt es eine Vielzahl von Düngemitteln und sie begegnen uns in den unterschiedlichsten Formen. Von Düngekugeln, Düngestäbchen, Düngetabletten, granulatartigem Dünger, flüssiger Dünger, Spezialdünger für fast reine Pflanzenaquarien, sowie Präparate, die täglich anzuwenden sind, alle möglichen Arten und Formen begegnen hier dem Aquarianer.

Allen gemeinsam ist ihre (mehr oder weniger) wachstumsfördernde Wirkung auf Wasserpflanzen. Um zu überprüfen, ob die Menge an Dünger ausreichend für unsere Wasserpflanzen oder sogar noch zu gering ist, dient der Eisenwert. Sicher besteht ein guter Dünger nicht nur aus Eisen, sondern aus einer Vielzahl anderer Stoffe, aber der Eisenwert ist der einzige, den man heutzutage mit vertretbaren Kosten messen kann! 

Der Eisenwert sollte bei normalen Gesellschafts-Aquarien bei 0,05  bis 0,1 mg/l Wasser liegen. 

Bei reinen Pflanzenaquarien darf der Wert auf ca. 0,2 mg/l ansteigen und bei Aquarien, in welchen ostafrikanische Buntbarsche mit wenig oder kaum Pflanzen gepflegt werden, reichen auch 0,05 mg/l Eisen aus! 

Werte über 1 bis 2 mg/l wirken akut toxisch!

Kohlendioxid (CO2)

Das Kapitel CO2 und seine Bedeutsamkeit für den Wasserpflanzenwuchs, sowie die korrekte Einstellung des pH-Wertes ist an anderer Stelle ausführlich beschrieben, deswegen hier noch einmal in Kurzform die wichtigsten Dinge: 

Der optimale CO2-Wert im Aquarium liegt abhängig vom pH-Wert zwischen 10 mg/l und 25 mg/l. 

CO2 kann man auf zwei verschiedene Arten messen. Die erste Methode ist der sogenannte Farbumschlagtest. Hier wird einer genau definierten Menge Wasser Tropfen für Tropfen einer Indikatorflüssigkeit hinzugefügt. Soviel Tropfen wie man braucht um den Farbumschlag herbeizuführen, soviel mg/l CO2 sind im Wasser gelöst. 

Viel bequemer sind da die sogenannten CO2-Dauertests! Hier wird ein kleiner Testzylinder mit Aquarienwasser und Testreagenz im Aquarium selbst angebracht.  

Silikat (SiO2)

Silikat ist das Salz der Kieselsäure. Als Kieselsäure werden die Sauerstoffsäuren des Siliciums bezeichnet! Kieselsäure ist eine schwache Säure, die aber für alle Lebewesen lebensnotwenig ist! Unter anderem ist die Kieselsäure für die Aufrechterhaltung der Zellstoffwechselvorgänge verantwortlich, sowie für den Zellaufbau allgemein! 

Ein übergroßer Wert von Silikat ab 100 Mikrogramm (µ) pro Liter Wasser führt jedoch zu einem unerwünschten Wachstum von sogenannten Kieselalgen, besser auch unter der Bezeichnung Braunalgen bekannt. 

Diese Algen machen sich durch einen schwer zu entfernenden, bräunlichen Belag sichtbar und sollten unbedingt entfernt werden, da sie nicht nur eine Bedrohung für unsere Wasserpflanzen darstellen, sondern auch eine Bedrohung für alles tierische Leben im System Aquarium darstellen. 

Selten einmal spielt eine ungenügende Beleuchtung für das Wachstum der Kieselalgen eine Rolle. 

Silikat kann zuverlässig mit im Handel befindlichen Spezialfiltermaterial beseitigt werden.  

Gesamthärte (GH)

Unter der Gesamthärte versteht man die Summe sämtlicher im Wasser gelöster Erdalkali-Ionen, die wiederrum zu 80% aus Magnesium und Calcium bestehen. 

Für die Aquaristik ist die Gesamthärte nicht sonderlich relevant und wir verstehen nicht, warum jedem Analytik-Set, gleich welchen Herstellers, dieser Test beigefügt wird! 

Der kundige Fachmann kann allerdings am Messwert dieses Tests erkennen, ob der Kunde regelmäßig einen Teilwasserwechsel durchführt oder nicht. Ist der Messwert des Aquarienwassers höher als der des Leitungswassers, füllt der Aquarianer meistens nur das verdunstete Wasser des Aquariums auf, anstatt aktiv wirklich einen Teil auszutauschen! 
Was nämlich im Aquarium verdunstet, ist der reine Wasserstoff; alle anderen Stoffe, wie auch die Gesamthärte bildenden Stoffe verdunsten nicht, sondern bleiben im Aquarium! 

Beim Teilwasserwechsel also wird durch das hinzu gefüllte Wasser ein Mehr an Gesamthärtebildnern hinzugefügt, ohne das vorher eine gewisse Menge der Gesamthärte beim Teilwasserwechsel entnommen wurde. 

Die Folge ist, dass die Gesamthärte immer mehr ansteigt und sich vom Wert des Ausgangswassers immer weiter entfernt.

Karbonathärte (KH)

Die Karbonathärte ist, einfach ausgedrückt, eine Verbindung von Kalk und CO2 und für den Aquarianer ein sehr bedeutender Messwert! Der Begriff Karbonathärte ist eigentlich falsch, vielmehr müsste man diesen Messwert mit "Säurebindungskapazität" bezeichnen, denn die Karbonathärte stellt einen Puffer für den Säuregehalt des Wassers, also den pH-Wert dar! 

Die Faustregel kann man einfach folgendermaßen bezeichnen: Ist die Karbonathärte niedrig, so ist auch der pH-Wert niedrig. Erhöht man die Karbonathärte, so steigt auch zwangsläufig der pH-Wert mit an! Die Karbonathärte ist eine veränderliche Härte. Pflanzen sind bei einem ungenügenden Kohlenstoffangebot durchaus in der Lage aus der Karbonathärte eingelagerte Kohlenstoffverbindungen aufzuknacken und für Ihr Wachstum zu gebrauchen. Die so übrig gebliebenen Kalkverbindungen fallen aus und werden dabei manchmal auf glatten, großflächigen Blättern als gräulich, rauher Belag sichtbar. Der pH-Wert steigt dabei rapide an und nicht selten lassen sich Werte von pH 8 bis pH 9 feststellen! Bei diesem Prozess spricht man von der "biogenen Entkalkung". Gerade Gartenteichbesitzer machen oftmals diese Erfahrungen! 

In einem Aquarium dagegen reichen allerdings schon kleinste Mengen an CO2 oder anderen Säuren aus, um den pH-Wert weit in den sauren Bereich fallen zu lassen (Säuresturz). Die Karbonathärte wird in Aquarianerkreisen immer noch in Grad deutscher Härte gemessen (°dKH). Korrekt wäre allerdings die Bezeichnung "mmol/l, millimol per Liter. Dabei entspricht 1 mmol ca. 2,78°d Karbonathärte. Wir empfehlen für ein ganz normales Gesellschafts- aquarium die Karbonathärte zwischen 4°d und 8°dKH einzustellen. Werte unter 4°dKH bedürfen der sofortigen Korrektur nach oben (Säuresturz!), bei Werten über 10°dKH sollte sich der Aquarianer Gedanken machen sein Wasser zu enthärten, je nachdem welche Fische er pflegt.

Leitwert

Unter dem Begriff Leitwert versteht man die Summe aller im Wasser gelösten Salze. Die Maßeinheit ist hierbei Mikro (µ)- oder Milli (m)- Siemens pro Zentimeter. 

Der Leitwert bestimmt den osmotischen Druck im Wasser. Unter osmotischem Druck versteht man das Einströmen von Wassermolekülen durch eine halbseitig durchlässige (semipermeabel) Membran (in unserem aquaristischen Fall ist die Schleimhaut des Fisches gemeint). Diese Membran, bzw. die Poren dieser Membran sind so eng, dass nur Wassermoleküle hindurch passen, andere Stoffe allerdings nicht! Das Einströmen beginnt sobald vor und hinter dieser Membran sich zwei unterschiedlich konzentrierte Lösungen befinden und erfolgt dabei immer von der niedriger konzentrierten Lösung zur höher konzentrierten Lösung. Auf das Beispiel Zierfische angewendet bedeutet das Folgendes: 

Kommt unser Zierfisch plötzlich in ein stark salzhaltiges Wasser so versucht er durch seine Nieren Wasser aus seinem Körper auszuscheiden und so das stark salzhaltige Umgebungsmedium Wasser, in welchem er schwimmt, zu verdünnen, bzw. an den Salzgehalt seines Körpers anzugleichen. Dies kann natürlich nicht gelingen und so wird dieser Fisch über kurz oder lang an Nierenversagen verenden! 

Umgekehrt wird nun verständlich, warum Fische, die in sehr salzreichem Wasser gehalten wurden, schlagartig beim Einsetzen in sehr salzarmes Wasser einfach umfallen und sterben! Es strömt soviel Wasser in ihren Körper, dass sowohl Zellen, als auch Organe irgendwann dem einströmenden Druck nicht mehr stand halten können und platzen!

Temperatur

Entscheidend für das Wohlfühlen und Gedeihen von Zierfischen, Wasserpflanzen und Wirbellosen im Aquarium ist die Temperatur! 

Fische sind Kaltblüter und demzufolge nicht in der Lage (wie wir Menschen!) die Körpertemperatur selber einzustellen und auf Temperaturschwankungen reagieren zu können! Somit sind sie also von der Temperatur des Wassers, indem sie schwimmen, abhängig und der gesamte Stoffwechsel (auch der Sexualtrieb, Futteraufnahme, Immunsystem) funktioniert nur richtig bei einem optimalen Temperaturbereich. 

Die meisten angebotenen Fische für ein Gesellschaftsaquarium lassen sich bei Temperaturen von 25°C halten ( /- 1°C). Diskusfische benötigen es mit 27°C an aufwärts, deutlich wärmer und Fische aus schnell fließenden Gewässern (verschiedene Saugmaulwelse), sowie aus großen geographischen Höhen (verschiedene Bachschmerlen und Bärblinge) brauchen es mit 18 bis 22°C deutlich kühler. 

Fische, deren Temperaturbedürfnisse um mehr als vier Grad voneinander abweichen, sollte man tunlichst nicht zusammen pflegen, denn man wird keiner von beiden Fischarten gerecht werden. 

INFO: 

Zu warmes Wasser enthält weniger gelösten Sauerstoff, verkürzt die Lebenserwartung und führt bei vielen Fischen auch zur
Unfruchtbarkeit!! 

Zu kaltes Wasser dagegen schwächt die Tiere und ihr Immunsystem und immer wiederkehrende Probleme mit Schwächeparasiten, bzw. Bakterien sind die Folge! 

Redoxpotential

Das Redoxpotential stellt für den Aquarianer einen Messwert dar, anhand dessen er beurteilen kann in welchem Maße sein Aquarienwasser biologisch gesund ist oder nicht. Dabei misst das Redoxpotential alle im Aquarium gleichzeitig ablaufenden sauerstoffverbrauchenden (reduzierende) und sauerstoffbindende (oxydative) Prozesse. 

Reduzierende Stoffe im Aquarium sind alle organische Stoffe, d.h. faulende Holzwurzeln, absterbende Pflanzenblätter, Torfverbindungen als Bodengrunddünger, Futter, Eiweiße, Kot und Blut. Diese lassen die Wasserqualität erheblich verschlechtern und das Redoxpotential sinkt!

Oxidierende Stoffe sind der Sauerstoff selber und in einem noch viel bedeutenderen Maße Ozon! Ozon wird dank seiner Eigenschaft sogar für Sterilisationszwecke gebraucht (Flaschensterilisation). 

Das Redoxpotential wird analog zum pH-Wert mit einer Elektrode gemessen. Durch Reduktion und Oxydation entstehen immer elektrische Spannungen, die man mittels spezieller Redoxelektroden (Elektrodenspitzen aus Gold oder Platin!) messen kann. Dabei wird der Messwert mit mV angegeben. 

In einem "normal" gepflegten Gesellschaftsaquarium sollte man Werte von 150 bis 250 mV messen können. Werte die unter 150 mV liegen, zeigen dem Aquarianer an, dass sein Aquarium organisch zu sehr belastet ist (Gefahr des Umkippens!). Werte von 250 bis 350 mV zeigen ein ausgezeichnetes Aquarienwasser an; Werte über 350 mV zeigen ein derart überhöhtes Redoxpotential an, dass es immer wieder zu Problemen, wie z.B. Algenwachstum kommt.